Zahlreiche Unfälle belegen, dass Autofahren in Alter zu einem absoluten Risiko werden kann. Wer jedoch über einen längeren Zeitraum mit dem Auto mobil war, der möchte auch im Alter meistens nicht auf diesen Komfort verzichten. Allerdings tragen altersbedingte, gesundheitliche Probleme oftmals dazu, dass die Reaktion im Straßenverkehr nachlässt.
Die Sehkraft, das Reaktionsvermögen als auch das Gehör sind bei älteren Menschen nicht mehr so gut wie bei jüngeren Menschen. Da die gesamte Aufmerksamkeit im Alter abnimmt und sich darüber hinaus eine Verschlechterung der visuellen Wahrnehmung eintritt können Geschwindigkeiten und Entfernungen anderer Verkehrsteilnehmer nicht mehr richtig eingeschätzt werden.
Darüber hinaus beeinflussen viele Medikamente die Wahrnehmung und das Reaktionsvermögen. Manchmal rufen diese Medikamente Verwirrtheit, Doppelbilder, verzerrtes Sehen, Müdigkeit oder Schwindel hervor.
So verursachte ein 81 jähriger Geisterfahrer auf der A14 in Sachsen einen schweren Verkehrsunfall: drei Tote. Ein 72 jähriger Rentner erkennt im letzten Moment einen Radfahrer und will ihm ausweichen, er rast in einer Fußgängergruppe: 2 Tote, sechs zum Teil Schwerverletzte.
Ein 76 jähriger Autofahrer verlor aus zurzeit noch ungeklärten Gründen die Kontrolle über sein Fahrzeug. Das Auto prallte gegen eine Baumgruppe. Zwei Personen starben, der Fahrer kam mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus.
Ein 74 Jahre alter Mann bemerkte auf der BAB A9 das Stauende viel zu spät. Er versuchte noch zu bremsen und kam dabei von der Fahrbahn ab. Er kollidierte mit einem Audi und wurde wieder auf die Straße zurückgeschoben. Hier wurde er von einem Golf erfasst. Der Unfallverursacher verstarb an der Unfallstelle.
Manche Senioren erkennen allerdings von selbst, wann es für sie Zeit ist den Führerschein abzugeben oder das Autofahren einzustellen. Anderen hingegen fehlt die komplette Einsicht und sie erklären anderen gegenüber, dass sie immer noch fit genug wären um mit dem Auto von A nach B fahren zu können.
In manchen Ländern wird die Fahrtauglichkeit ab einem bestimmten Alter regelmäßig überprüft. In Deutschland ist das bis jetzt allerdings nicht der Fall. Meistens wird eine MPU (medizinisch psychologische Untersuchung) erst dann angeordnet, wenn nach einem Verkehrsunfall oder einem schwerwiegenden Verkehrsverstoß ein Verdacht auf Einschränkung der Fahrtüchtigkeit besteht. Allerdings wird von vielen auch verlangt bzw. diskutiert, ob es nicht sinnvoll wäre ab einem bestimmten Alter (60 Jahre) eine medizinisch psychologische Untersuchung alle 5 Jahre als Pflichtuntersuchung für Autofahren anzuordnen.
Wer diese Untersuchung aufgrund von Sehstörung, verminderte Auffassungsgabe etc. nicht besteht, hätte dann seinen Führerschein verloren und könnte dann eben nicht mehr aktiv am Strassenverkehr teilnehmen.






